Drei Monate vor Anker – von Ibiza bis Mallorca und die Frage nach Sardinien
Drei Monate vor Anker – von Ibiza bis Mallorca und die Frage nach Sardinien

Drei Monate vor Anker – von Ibiza bis Mallorca und die Frage nach Sardinien

Schon lange keinen Blogeintrag mehr geschrieben – also wird’s mal wieder Zeit! Die letzten drei Monate waren für uns eine ganz neue Erfahrung: Leben vor Anker. Mit all seinen Hochs, Tiefs und diesen „Was-zur-Hölle-machen-wir-hier-eigentlich?“-Momenten.

Wir haben zwischen drei und vier großen Inseln der Balearen geankert und dabei so einiges erlebt. Angefangen hat alles auf Ibiza, wo wir ungefähr die Hälfte der Insel kennenlernen durften. Danach ging es weiter nach Formentera, und nun sind wir seit über vier Wochen auf Mallorca – fast einmal komplett herum und jede Seite ein bisschen unter die Lupe genommen.

Und jetzt? Jetzt steht plötzlich Sardinien als nächster Schritt im Raum.


Sardinien – Traum oder Albtraumfahrt?

Auf der Karte wirkt es gar nicht so schlimm: 3 Segeltage, oder mit richtig gutem Wind knapp 40 Stunden – klingt machbar. Aber wir wissen beide, dass das Mittelmeer seine ganz eigenen Launen hat. Mal ist es spiegelglatt, mal pfeifen Böen mit 40 Knoten über uns hinweg. Das haben wir schon vor Anker erlebt – und da war’s schon alles andere als gemütlich.

Auf See mitten in der Nacht? Ohne „kurz rechts ranfahren“ oder einfach im Hafen ausschlafen? Ja, das klingt ehrlich gesagt schon ziemlich unheimlich. Alles muss passen: Wetterfenster, Segel, Boot – und unser Vertrauen in die Nami.

Gerade letzteres ist noch so eine Sache, denn unsere Wanten (die Stahlseile, die den Mast halten) haben wir zwar gerichtet, aber… naja… so richtig 100 % Vertrauen ist da noch nicht.


Ankerdrama – Bruce vs. Delta

Auch am Ankerplatz wird uns nicht langweilig. Wir haben uns vor kurzem einen Delta-Anker gegönnt, in der Hoffnung, dass der sich besser in den Boden gräbt als unser alter Bruce.

Und ja, er hält stabiler, dreht brav mit, wenn wir uns mit dem Wind drehen, und wir schlafen schon deutlich entspannter. Aber: Wir sind trotzdem schon gerutscht. Nicht immer, aber gerade an Plätzen mit wenig Kettenlänge oder miesem Untergrund und diesen verdammt starken Böen!

Das führt natürlich zu endlosen Diskussionen: Hätten wir nicht lieber eine oder zwei Gewichtsklassen größer kaufen sollen? Statt 10 Kilo vielleicht 15 oder sogar 20? Schwer zu sagen. Fakt ist: Das Vertrauen in den Anker ist irgendwie genauso wichtig wie das Vertrauen ins Boot selbst.


Der große Plan (oder doch keiner?)

Die Frage ist: Wagen wir den Sprung nach Sardinien?

  • Pro: Neues Land, echtes Abenteuer, und wir wären mal wieder einen Schritt weiter auf unserer großen Reise.
  • Contra: Zeitdruck, wechselhaftes Wetter, und der Gedanke, dass es vielleicht einfach ein bisschen zu früh ist.

Denn Mitte September bekommen wir Besuch, danach steht eine Hochzeit in Deutschland an, und schwupps – ist schon Oktober. Und Oktober im Mittelmeer bedeutet: Wetterfenster sind Mangelware.

Bleiben also die Alternativen:

  • Mallorca noch weiter erkunden.
  • Zurück nach Ibiza, unsere Lieblingsplätze wiedersehen.
  • Formentera noch einmal richtig abklappern.
  • Oder die Südseite Spaniens mitnehmen.

Portugal streichen wir lieber von der Liste – die Orca-Gang macht da gerade ihr Unwesen. Und nach Marokko? Klingt spannend, aber dazu bräuchte ich meinen Reisepass… der aktuell bei der Behörde liegt. (Ja, richtig gehört. Abenteuer Segeln, aber dann an sowas Banalen scheitern. Typisch wir.)


Fazit

Egal, ob es nun Sardinien, Mallorca oder doch ein ganz anderer Plan wird – wir merken mal wieder: Auf einem Segelboot kann man so viel planen, wie man will. Am Ende entscheidet Wind, Wetter und manchmal auch die deutsche Passstelle.

Bis dahin genießen wir weiter unsere Zeit vor Anker – mit all den schönen Sonnenuntergängen, den schlaflosen Nächten bei 40 Knoten Böen, und der ewigen Frage: „Hält der Anker heute Nacht?“

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