„Wie macht ihr das eigentlich an den Schleusen in Frankreich, wenn ihr kein Französisch sprecht?“

Verständigung an französischer Schleuse per Funk

Diese Frage kam neulich aus unserer Community – und sie ist absolut berechtigt. Wer schon einmal eine Binnenroute durch Frankreich geplant hat, weiß: Die Schleusenfunkerei in den französischen Kanälen ist… sagen wir mal… eine kleine Herausforderung. Nicht jeder Schleusenwärter (éclusier) spricht Englisch, und am Funkgerät geht durch Rauschen und Knacken ohnehin viel verloren.

Unsere Lösung: Der Schleusen-Spickzettel (inklusive Lautschrift)

Wir haben uns vor unserer Reise eine handschriftliche Liste gemacht. Darauf standen die wichtigsten Sätze und Wörter, die man an einer französischen Schleuse so brauchen könnte – von „Wir möchten schleusen“ bis „Wie lange dauert es?“ oder „Müssen wir warten?“

Der Clou daran: Wir haben uns das Ganze in Lautschrift aufgeschrieben, also genau so, wie es für deutsche Ohren klingt. So konnten wir es am Funkgerät halbwegs verständlich und flüssig ablesen.

Hier ist ein kleiner Auszug aus unserem Zettel für deinen nächsten Schleusengang:

Was du sagen willst (Deutsch)Was du sagst (Französisch)Wie du es aussprichst (Lautschrift)
Guten Tag, wir sprechen kein Französisch.Bonjour, nous ne parlons pas français.Bonschur, nu ne parlon pa frong-ßä.
Wir sind das Boot [Name] und möchten schleusen.Nous sommes le bateau [Name]. Nous voulons passer l’écluse.Nu ßom lö bato [Name]. Nu vulon passé l’eklüs.
Müssen wir warten?Est-ce qu’on doit attendre?Es-k’on doa atondr?
Vielen Dank und auf Wiedersehen!Merci beaucoup et au revoir!Märßi boku e o-röwoar!

Tipp für die Praxis: Ein freundliches „Bonjour, nous ne parlons pas français“ direkt zu Beginn öffnet unfassbar viele Türen (und Schleusentore). Es nimmt den Druck raus und zeigt Respekt.

Hat das in der Praxis funktioniert?

So halb. Manche Schleusenwärter haben uns sofort verstanden und ein kurzes “D’accord” (Einverstanden) zurückgefunkt. Andere haben gar nichts verstanden – und manchmal bekamen wir eine so lange, komplexe Antwort auf Französisch zurück, dass wir nur mit großen Augen auf das Funkgerät starrten.

Aber: Fast alle waren super bemüht! Sie haben uns mit Händen, Füßen, viel Geduld und sehr langsamem Funk-Französisch klargemacht, wenn zum Beispiel:

  • ein Berufsschiff Vorrang hat und zuerst in die Kammer darf,
  • gerade ein anderes Boot hoch oder runter geschleust wird,
  • oder wir einfach noch ein paar Minuten an der Wartestelle festmachen sollen.

Am Ende hat’s fast immer irgendwie geklappt – mit unserem Zettel, dem Funkgerät und einer ordentlichen Portion Improvisationstalent.

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Fazit zur französischen Schleusensprache

Du musst absolut nicht fließend Französisch sprechen, um durch die Kanäle zu navigieren. Ein paar gut vorbereitete Sätze auf einem Zettel neben dem Steuerstand helfen Wunder und nehmen dir die anfängliche Nervosität. Trau dich einfach ans Funkgerät!